2016 feierte man das 500-jährige Jubiläum des Reinheitsgebots für Bier. Ab dem Mittelalter bis hin zur Antike war Alkoholkonsum weit verbreitet, da Alkohol die Keime im Wasser abtötet. Alkohol ist für den Körper allerdings nicht ungefährlich. Alkohol ist ein Gift, dessen toxische Wirkung sich bei akuter und chronischer Überdosierung zeigt. Alkohol und Geselligkeit gehören schon seit frühester Zeit zusammen. Das Gasthaus gilt nach wie vor als Ort der Geselligkeit und Kommunikation. Das mag vielleicht erklären, dass man im abgelaufenen Luther - Jahr 2017 drei Bibelaussagen auf einen Bierdeckel packte. Alkohol „macht locker“, lässt die Zunge „lallen“ und macht aber auch abhängig: in Deutschland sind ca. 1,8 Mio. Menschen alkoholabhängig.

Lutherjahr 2017: 3 Bibelsprüche auf dem Bierdeckel.
(Prof. Lüderitz, Cardio News 6/2017)
Chronischer Alkoholabusus schädigt unmittelbar die Herzmuskelzellen, erhöht den Blutdruck und belastet Herz und Gefäße. Der Einfluss von Alkohol auf Arrhythmien ist dosisabhängig. Exzessive Alkoholzufuhr („Komasaufen“) kann zum plötzlichen Herztod führen oder zu einer akuten Schädigung des Herzmuskels mit auftretenden Herzrhythmusstörungen.

In niedriger Dosis kann Alkohol auch eine schützende Wirkung entfalten.
https://www.berliner-zeitung.de, 15.10.2016, Anke Brodmerkel
Mäßiger Alkoholkonsum kann aber auch helfen, Herzerkrankungen, wie Angina pectoris, und Diabetes mellitus zu vermeiden. Dies ist allerdings immer dosisabhängig. Alkohol, in Maßen zugeführt, blockiert das Zusammenlagern von Blutplättchen (Thrombosen), erhöht das HDL- Cholesterin und scheint auch den Zuckerstoffwechsel etwas zu befördern. Bei Männern sinkt das Risiko für eine Herzkranzgefäßerkrankung bei einem Alkoholkonsum von bis zu 50g und bleibt unbeeinflusst bis 100g.Steigt der Konsum aber über 100g/Tag an, nimmt die Wahrscheinlichkeit an Herzkranzgefäß- Erkrankungen zu versterben zu. In verschiedenen Studien konnte gezeigt werden, dass die Gesamtsterblichkeit und die Sterblichkeit bei Herzpatienten am niedrigsten waren, wenn Sie täglich zwischen 7g und 24g bzw. 27g Alkohol konsumierten.

Quelle: http://www.massvoll-geniessen.de/grenzen.html
Alkohol hat auch in der Musik seine Spuren hinterlassen. Ludwig van Beethoven (1770-1827) starb an einer gesicherten Leberzirrhose, die er sich auf Grund seines erheblichen Alkoholkonsums (Wein und Punsch) zugezogen hatte. Nachweislich litt er auch unter Herzrhythmusstörungen, die er anscheinend auch in seine Kompositionen einbrachte: z.B. in die Klaviersonate Nr. 26, Op. 81a, „Les Adieux“ am Ende des ersten Satzes oder in der Kerkerszene am Ende seiner einzigen Oper Fidelio. (Prof. Lüderitz, Cardio News 6/2017, S. 22).